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Rodney Prince wollte am 20. August in Zürich ein Konzert geben. Die grosse Vielfalt bereichert unser Zürcher Nachtleben. Aber: Sieht man sich die Texte des besser unter seinem Künstlernamen "Bounty Killer" bekannten Dancehall-Stars genauer an, muss einem das blanke Entsetzen packen. In nicht weniger als 22 Songs ruft der Killer seine Anhänger auf Schwule zu erschiessen, zu verbrennen oder auf andere Art umzubringen ("murder dem fast just like a Federal Express"). Man darf politisch jede Meinung haben. Man darf Homosexualität ablehnen oder toll finden. Aber Aufrufe zu Mord sind keine Meinung, sondern Anstiftung zu einer Straftat. Und dem darf in Zürich keine Bühne gegeben werden! Ganz egal, ob es sich um einen Dancehall-Musiker handelt, der Schwule aufgehängt sehen möchte, oder ob es sich um einen Rockmusiker handelt, der religiöse Minderheiten vergasen will.
Aus diesem Grund wurden wir aktiv. Nach Einreichen eines Fragenkataloges und Texten von Bounty Killer bei zuständigen Behörden, konnten wir noch andauernde Ermittlungen in Gang setzen. Ebenfalls haben wir über den Hauseigentümer den Veranstalter des vorgesehenen Konzertes mit den Texten des jamaikanischen Künstlers konfrontiert. Nicht ohne Erfolg: Bounty Killer kann in Zürich nicht auftreten!
Parallell zu unseren Anstrengungen wurde in Deutschland der Staatsschutz aktiv. Nicht zum ersten mal, erliess er doch 2008 bereits ein Einreiseverbot gegen Rodney Prince.
Für die aktuelle Tour hätte Bounty Killer vorab gegenüber dem deutschen Staatsschutz unterschreiben sollen, keine Hass-Songs zu spielen. So weit kam es nun nicht. Wollte er nicht unterschreiben, weil er auch in Europa aktiv die Tötung von Menschen propagieren wollte? Immerhin weigert sich dieser Musiker bislang, uns von Stop Murder Music International eine weltweit anerkannte Urkunde zum künftigen Verzicht auf solche Hassmusik zu unterschreiben ("Compassionate Act" auf www.stopmurdermusic-zh.ch u.a.), die ihn rehabilitieren könnte.
Zwar erklärt der Tour-Veranstalter mitlerweile, dass die gesamte Europa-Tournee von Bounty Killer abgesagt wurde, hätte logistische und finanzielle Gründe. Das mag sogar zutreffen. Aber ob allenfalls das Einreiseverbot aus dem Jahre 2008 für Deutschland heute nach Einsetzen des Schengen-Raumes nicht auch einem nötigen Visum von Bounty Killer entgegen gestanden haben könnte?
Immerhin klassierten auch die USA den Bounty Killer als die innere Sicherheit gefährdend, weshalb er auch dort von der Einreise ausgeschlossen ist.
Wie auch immer. Ich werde mich weiterhin mit Stop Murder Music ZH dafür einsetzen, dass Hassmusiker bei uns keine Bühne bekommen. Es gibt in jedem Musikstil aus allen Ländern unzählige Künstlerinnen und Künstler, die in ihrem Schaffen ohne Aufforderung zum Ermorden von Minderheiten auskommen. Macht die Bühnen frei für diese!
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