Kantonsrat Zürich, 30. Juni 2014

JA zum Tram Hardbrücke

Geschätzte Anwesende

Über die Hardbrücke soll ein Tram verkehren. Das ist nicht verkehrt.
Im Gegenteil:
Die beiden Stadtteile an den Bahngeleisen brauchen eine leistungsfähigere Verknüpfung.
Der Bahnhof Hardbrücke braucht leistungsfähigere umsteigefreie Feinverteiler in die boomenden Quartiere links und rechts der Bahnlinie. Je länger desto mehr. Genau dafür liegt uns das Geschäft 5046a vor.

Es ist beantragt, einen Kantonsbeitrag zu sprechen an die Traminfrastrukturbauten vom Hardplatz auf die Hardbrücke, auf dem zu befahrenden Teil der Hardbrücke, und Kreis-5-seitig die bestehende Rampe hinunter zum Anschluss an die bestehenden Gleisanlagen des Tram Züri-West. Zudem sind die nötigen Anpassungen für den übrigen Verkehr vorzunehmen und die bestehende VBZ- Haltestelle Hardbrücke ist tramtauglich auszubauen. Nicht weniger als all dies ist Gegenstand der heutigen Vorlage.
Aber auch nichts mehr.

Die SP Fraktion ist nicht glücklich darüber, wie die VBZ das Tram Hardbrücke dereinst befahren möchte. Wir lehnen es ab, dass das Quartier Grünau seine heutige Direktverbindung zum Limmatplatz verlieren soll. Linien, die nur zu gewissen Zeiten befahren werden, sind auch nicht befriedigend. Das halten wir ausdrücklich fest und das werden wir auch in den kommenden Jahren immer wieder an zuständiger Stelle vorbringen. Die SP kämpft für die beste Linienführung auch für die lokale Quartierbevölkerung. Es scheint als ob der Fokus im heutigen Stand der Linienplanung zu einseitig auf die per Bahn anreisenden Berufstätigen gelegt und die Anliegen der Bevölkerung vernachlässigt würden.

Das ist aber kein Grund, irgend etwas zu unternehmen, was die Infrastrukturbauten verzögern oder gar verhindern würde.

Das Liniennetz des Trams ist wie ein Musikinstrument. Es kann sein, dass das zur Aufführung gedachte Stück nicht unser Lieblingsstück ist. Deswegen aber die Anschaffung des Instrumentes zu torpedieren, ist keine Lösung. Wir sagen ganz klar JA zum Bau der Infrastruktur inklusive dem vorgesehenen Abzweiger in die Pfingstweidstrasse, der vorerst eigentlich erst als Serviceabzweiger gedacht ist. Nebst dem Weiterbestand der Verbindung Grünau – Limmatplatz wünschen wir uns auch eine Erschliessung des Toni-Gebietes ab der Hardbrücke via Pfingstweidstrasse.

Es gehört es zum Alltag der Planerinnen und Planer bei den VBZ, dass Linien nicht für ewige Zeiten festgelegt werden. Fast bei jedem Fahrplanwechsel gibt es Tram-, Bus- oder Trolleybuslinien, deren Linienführung modifiziert werden. Wie dazumal die neue Gleisinfrastruktur über die Hardbrücke bespielt wird, darüber wird noch zu reden sein. Aber darüber kann überhaupt nur verhandelt werden, wenn das Instrument angeschafft wird, das mit uns gefälligen Stücken zu bespielen wir uns wünschen.

Noch ein Wort zu den Befürchtungen, der Strassenverkehr werde behindert: Sie wissen ebenso gut wie ich - oder sie könnten es wissen, wenn sie es hören wollten - dass die Hardbrücke auf dem fraglichen Abschnitt um einen Viertel weniger intensiv befahren wird, wie weiter bergwärts, wo tatsächlich oft Stau herrscht. Hier aber ist Raum für die Tramkreuzung. Und mehr Raum braucht das Tram nicht, weil es auf der schon bestehenden Busspur "untergebracht" wird. Zudem sind massgeblich für die Kapazität der Hardstrasse die Knoten am Albisrieder- und am Escher-Wyss-Platz sowie am Bucheggplatz, erwiesenermassen aber nicht die Hardbrücke zwischen Hardplatz und Pfingstweidrampe. Wirklich!

Namens der SP Fraktion beantrage ich Ihnen Zustimmung zur Vorlage